Von 1896 bis 2021

125 Jahre Engelberger Druck

Nr. 1 vom 6. Januar 2021

Beeindruckende Geschichte
seit 125 Jahren

2021 feiern wir ein ganzes Jahr lang – blicken Sie mit uns zurück auf Ereignisse der vergangenen 125 Jahre, die für Tradition und Fortschritt stehen. Eine beeindruckende Entwicklung, aus der eine Erfolgsgeschichte mit treuen Mitarbeitern, Partnern und Kunden wurde.

Die Engelberger Druck AG nimmt Sie mit auf eine Zeitreise ins Jahr 1896 bis hin zur Gegenwart und zeigt Ihnen das ganze Jahr, alle zwei Wochen, im Unterwaldner die zentralen Meilensteine und Personen, die das Unternehmen geprägt haben.

Wussten Sie, dass die Geschäfte der Engelberger Druck AG von 1924 bis 1938 von einer Frau geführt wurden? Oder, dass der Gründer des Unter­nehmens, Karl Engelberger-Engelberger, auch ein Dichter und Poet war? Als eigenständiges, inhaber­geführtes Unternehmen steht bei uns die Familie über allem. Deshalb hegen und pflegen wir unsere Druckerei in der 5. Generation wie unser eigenes Kind. Und dies seit beeindruckenden 125 Jahren.

Name

Karl Engelberger-Engelberger

Geburtstag

28. Dezember 1852

Familie

Ehefrau: Emma Engelberger-Engelberger mit den Söhnen Karl und Albert

Funktion im Betrieb

Gründer Engelberger Druck AG

Neben dem Beruf

Dichter und Literat

Nr. 2 vom 20. Januar 2021

 1896: Geschäftsgründung
Karl Engelberger-Engelberger

Karl Engelberger sen. wurde am 28. Dezember 1852 in Stansstad als Sohn von Anton und Josefa Engelberger-Blättler geboren. Josefa war die einzige Tochter des bekannten Unternehmers, Bauherrn, ­Regierungsrats und liberalen Politikers Kaspar Blättler vom Rotzloch. Der junge Engelberger übernahm nach dem Tode seines Gross­vaters dessen Papierfabrik im Rotzloch. 1879 wechselte er in die eigene ­Landwirtschaft auf der Burg Rotzberg. Dort entwickelte sich die ­Leidenschaft für sein literarisches und dichterisches Schaffen. Berühmt ­wurde er vor allem durch seinen «Sang vom Rotzberg» unter dem Pseudonym Erni am See. 1883 arbeitete er als Sekretär bei der Schweizerischen Landesausstellung in Zürich. Danach war er bei verschiedenen Papier­fabriken als Korrespondent angestellt. Im Jahr 1896 baute er ein grosses stattliches Haus in Stans und installierte darin eine Buchdruckerei und Papeterie. Die Geburtsstunde der Engel­berger Druck AG. Im Militär diente er als Oberleutnant in der 4. Kp im Füs Bat 47.

Nidwaldner Bote
1906 gründete Karl Engelberger-Engelberger den «Nidwaldner Boten» und war bis 1909 als Redaktor und Verleger tätig. Im ­gleichen Jahr wurde unter seiner Führung das Volksblatt für ­Ob- und Nidwalden «Unterwaldner» gegründet, dort war er bis 1917 Verleger und Redaktor. Karl Engelberger-Engelberger war in der Politik aktiv und ein treues Mitglied der Liberalen Partei Nidwaldens. Im Alter von 64 Jahren verstarb er am 11. August 1917.

Nr. 3 / 25

1906: Gründung
«Nidwaldner Bote»

Im Januar 1906 erschien im Verlag und unter der Redaktion des Buchdruckers Karl Engelberger-Engelberger in Stans das erste Mal der «Nidwaldner Bote» als liberales Blatt. Schon 1844 besass Nidwalden mit dem «Nidwaldner Wochenblatt» für kurze Zeit eine eigene Zeitung. Diese wurde jedoch auf Betreiben der Geistlichkeit wieder verboten. Erst später mit dem Durchbruch der Pressefreiheit wurde die Zeitung wieder veröffentlicht. Der «Nidwaldner Bote» fusionierte im Jahr 1909 mit dem «Unterwaldner». Gedruckt wurde das Blatt unter dem Namen «Der Unterwaldner – Volksblatt für Ob-und Nidwalden» auf einer Schnellpresse Planeta der damaligen Engelberger Buchdruckerei. Der Sohn von Karl Engelberger-Engelberger, Karl Engelberger jun. (1879-1924), übernahm 1917 den väterlichen Betrieb sowie die Redaktion und den Druck des «Unterwaldners». Nach seinem frühen Tod im Jahre 1924 übernahm seine Frau Anna Engelberger-Durrer für die kommenden 14 Jahre als Verlegerin die Verantwortung für das Volksblatt. Von 1938 bis 1973 übernahm Eduard Engelberger-Erni die Verlagstätigkeit für den «Unterwaldner». Ab 1974 übertrug er die Verantwortung an seinen Sohn Edi Engelberger-Blättler.

Das Ende vom «Unterwaldner»
1981 gründeten der Verlag Edi Engelberger und der Verlag Keller & Co. AG – in Übereinkunft mit der liberalen Partei Nidwalden – das «Nidwaldner Tagblatt». Von da an bis Ende 1982 erschien «Der Unterwaldner» noch als Beilage im neuen Tagblatt. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde jedoch 1983 beschlossen, die Herausgabe des «Unterwaldners» einzustellen. Edi Engelberger-Blättler schrieb damals: «Ein Stück ­Geschichte in der Presselandschaft von Ob- und Nidwalden und unseres Verlages geht zu Ende, möge die Zukunft trotzdem weiter leuchten.»

1906

Gründung «Nidwaldner Bote»

1943

50 Jahre «Unterwaldner» Jubiläum des freien Wortes

1969

75 Jahre «Unterwaldner»

1982

Verkauf an Luzerner Tagblatt

1983

1. Auflage Nidwaldner Tagblatt (Neue Nidwaldner Zeitung) und Einstellung des «Unterwaldner»

Name

Karl Engelberger-­Durrer

Geburtstag

28. Dezember 1879

Familie

Ehefrau Anna Engelberger-Durrer mit den Söhnen Karl, Eduard, Albin und Anton

Funktion im Betrieb

Eigentümer

Neben dem Beruf

Politiker
Liberale Partei Nidwalden

Nr. 4 / 25

1917: Karl Engelberger-Durrer tritt in die Fussstapfen seines Vaters

Der am 28. Dezember 1879 geborene Karl Engelberger-Durrer war Buchdrucker und Verleger des «Unterwaldners» und gleichzeitig Redaktor und Parteisekretär. Er stellte sein Können und seine Fähigkeiten in die Dienste des «Unterwaldners», um die Zeitung auszubauen und mehr Leser zu gewinnen. Als Sekretär förderte er in hingebungsvoller Kleinarbeit den Aufbau und die Aktivierung der Liberalen Partei Nidwalden. Nach dem Tod seines Vaters 1917 übernahm er zusammen mit seiner Frau Anna Engelberger-Durrer die Buchdruckerei an der Stansstaderstrasse. Seine damaligen Zeitgenossen beschrieben ihn als Mann von edlem Charakter, beruflicher Tüchtigkeit und politischem Weitblick.

Anna Engelberger-Durrer übernimmt die Leitung
Nach nur sieben Jahren an der Spitze der Buchdruckerei wurde Karl Engelberger-Durrer 1924 leider viel zu früh, erst 45-jährig, aus dem Leben gerissen. Er hinterliess seine Frau Anna und vier unmündige Söhne. Da diese zur Nachfolge noch viel zu jung waren, übernahm Anna Engelberger-Durrer die Zügel der Buchdruckerei und führte diese erfolgreich, bis sie 1938 die Geschäftsleitung an ihren Sohn Eduard Engelberger-Erni übergab.

Fortsetzung folgt am 3. März 2021.

Nr. 5 / 25

1924: Anna Engelberger-Durrer übernimmt

Als 1924 Karl Engelberger-Durrer mit nur 45 Jahren verstarb, musste schnell eine Lösung für die Weiterführung der Engelberger Buchdruckerei gefunden werden. Die vier Söhne waren allesamt noch zu jung, um in die Fussstapfen ihres Vaters zu treten. Deshalb übernahm seine Frau Anna Engelberger-Durrer 1924 die Zügel der Buchdruckerei. Nach der Übernahme zeigten sich die wahre Grösse und der Mut von Anna Engelberger-Durrer, die nicht bloss den Druckereibetrieb, sondern auch die angegliederte Papeterie in ihre Hände nahm und fortan mit viel Sachkenntnis und Geschäftssinn weiterlenkte. Sie führte und leitete das Unternehmen 14 Jahre lang durch zum Teil schwierige Zeiten, bis ihre Söhne Karl und Eduard ihre Ausbildung abgeschlossen hatten. 1938 übergab Anna Engelberger-Durrer die Buchdruckerei in die Hände ihres Sohnes ­Eduard. Karl ­Engelberger übernahm den Papier­handel, den Post­kartenverlag und eröffnete die Papeterie am alten Postplatz.

Ein sonniges Gemüt

Anna Engelberger-Durrer war für ihr sonniges, liebenswürdiges Gemüt und ihre Naturverbundenheit bekannt. Nach der Übergabe an ihren Sohn Eduard blieb Anna Engelberger-Durrer der gute Geist im Hause Engelberger an der Stansstaderstrasse. Sie blieb allen geschäftlichen und auch politischen Fragen mit Tatkraft und Interesse verbunden, half mit Ratschlägen aus und verbreitete unentwegt eine Atmos­phäre des Frohsinns. Ihr bereitete es grosse Freude, als Grossmutter und Urgrossmutter zu erleben, wie ihre Enkel und Urenkel aufwuchsen.
Im September 1969 verstarb sie im Alter von 85 Jahren im Kreise ihrer Familie. Dank Anna Engelberger-­Durrer können und dürfen wir dieses Jahr unser 125-jähriges Jubiläum feiern.

Im Jahre 1966 verlegte Karl Engelberger-Nicod seinen Geschäftssitz nach Stansstad und baute am Dorfeingang bei der Achereggbrücke das -imposante Haus «La Palma» und Charly Karl Engelberger Junior führte das Unternehmen erfolgreich in die 3. Generation. Der Zwillingsbruder von Eduard Engelberger-Erni, Dr. iur Albin Engelberger-Jost, Staatsanwalt in Nidwalden, verstarb leider allzu früh mit 30 Jahren. Annas jüngster Sohn, Dr. med. dent. Anton Engelberger-Braun, hatte seinen Wohnsitz und die Zahnarztpraxis in Basel. Sein Enkel Dr. iur Lukas Engelberger fand, wie vererbt, seinen Weg in die Politik und ist heute Regierungsrat und Gesundheitsdirektor in Basel-Stadt.

Name

Anna Engelberger-Durrer

Geburtstag

24. Mai 1884

Familie

Ehemann: Karl Engelberger-Durrer (verst. 1924) mit den Söhnen
Karl Engelberger-Nicod, Eduard Engelberger-Erni, Dr. iur Albin Engelberger-Jost und Dr. med dent. Anton Engelberger-Braun

Funktion im Betrieb

Inhaberin von 1924 bis 1938

Name

Eduard Engelberger-Erni

Geburtstag

3. Juni 1911

Familie

Ehefrau: Lina (Lineli) Engelberger-Erni (verst. 1980)
Kinder: Edi Engelberger-Blättler, Annemarie von Holzen-Engelberger und René Engelberger-
Niederberger

Funktion im Betrieb

Inhaber von 1938 bis 1974

Nr. 6 / 25

1938: Eduard Engelberger-Erni
geht neue Wege

Eduard Engelberger-Erni (Edi) wurde am 3. Juni 1911 als einer von vier Söhnen von Anna und Karl Engelberger-Durrer geboren. Nach der Handelsschule und einer Schriftsetzerlehre besuchte er die Kunstgewerbeschule in Zürich und schloss an der deutschen Meisterschule für Buchdrucker in München seine Ausbildung ab. 1938 übernahm er von seiner Mutter die familieneigene Druckerei in Stans. Er führte die Druckerei mit Erfolg und grossem Durchhaltewillen durch die schweren Zeiten des 2. Weltkrieges in eine sichere Zukunft und vom Buchdruck in den Offsetdruck. 1950 wurde der Platz zu eng und er baute bis fast an die Bahnlinie eine neue Druckerei an.

Markenzeichen Zigarre
Eduard Engelberger-Erni engagierte sich stark in der Politik. Er übte das Amt des Gemeindepräsidenten von Stans aus, war Landrat und von 1960 bis 1962 Landratspräsident. Sein Markenzeichen war die Zigarre – ohne diese sah man ihn fast nie. Dementsprechend würdigte ihn der Rotary Club Stans, in dem er Mitglied war, anlässlich seines Geburtstags: «Wer mit Genuss den dicken Stumpen raucht, im edlen Beaujolais den Schnabel taucht, gerne hockt und debattiert und lacht. Kurz – wem das ganze Leben Freude macht, wer gerne tut ein nettes Festchen reissen, so einer kann nur Edi Engelberger-Erni heissen.»

Edi war verheiratet mit Lina (Lineli) Erni von Hergiswil. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor: eine Tochter, zwei Söhne – einer davon Edi Engelberger-Blättler, der 1974 die Druckerei übernahm. Seine Schwester Annemarie von Holzen-Engelberger und der Bruder René Engelberger-Niederberger sind in Beckenried und Stansstad wohnhaft. Werner von Holzen, der Mann von Annemarie, und René Engelberger waren beide als Vizedirektoren bei der Nidwaldner Kantonalbank tätig. Annemarie arbeitete, nach der Handelsschule im St. Clara, mehr als 30 Jahre als Allrounderin in der Engelberger Druckerei und im Articolo.

Im Dezember 1981 verstarb Edi Engelberger-Erni im Alter von 70 Jahren. Sein Lebenswerk ging dank seines fortschrittlichen Geschäftssinns in der nächsten Generation erfolgreich weiter.

Nr. 7 / 25

1945: Der erste Druckerlehrling
Ernst Cometto

«Ich hatte immer Freude am Arbeiten», erklärt Ernst Cometto, der als erster Lehrling nach dem Krieg bei der Engelberger Buchdruckerei anfing. Mit der Lehre zum Buchdrucker von 1945 bis 1949 legte der heute 91-Jährige den Grundstein für seine berufliche Laufbahn. Sein Beruf führte ihn über verschiedene Stationen in der Zentralschweiz über Anstellungen in England und Kanada bis zu seiner eigenen Druckerei in Stansstad, die er während 34 Jahren führte. Zu seiner vierjährigen Lehre kam Ernst Cometto äusserst unverhofft: «Ich hatte mich als 15-Jähriger beim Amtsblatt auf eine Stelle als ‹Ausläufer› beworben. Nach drei Tagen wurde ich im Geschäft an die Druckmaschine gestellt und bekam kurz darauf einen Lehrvertrag.» Die Gewerbeschule in Luzern besuchte er einmal pro Woche, «immer mit dem Velo». Während seiner Lehrzeit bestand der Druckereibetrieb aus sechs Mitarbeitenden und zwei Lehrlingen. Neben der Bedienung der Druckmaschine gab es viele Aufgaben für die Lehrlinge, erinnert sich Ernst Cometto: «Wir durften alles machen. Papier schneiden, falzen und heften gehörte ebenso dazu wie auch putzen und im Keller aufräumen.» Die Technik könne man natürlich gar nicht mehr vergleichen, aber eine solide Berufsausbildung habe auch heutzutage noch einen hohen Stellenwert für junge Menschen, meint Ernst Cometto, dessen erlernter Beruf heute die Bezeichnung Drucktechnologe trägt.

Die Lehrlingsausbildung ist unser Kapital. In den vergangenen 80 Jahren haben 120 junge Menschen ihre Berufslaufbahn bei der Engelberger Druck AG gestartet. Mit der neuen Technik veränderten sich auch die Bezeichnungen der interessanten, vielseitigen und kreativen Berufe, die wir heute noch anbieten. Die damaligen Buchdrucker und Schriftsetzer sind heute Drucktechnologen, Polygrafen und Printmedienverarbeiter. Die kompletten Namenslisten unserer Lehrlinge bis zurück in die Jahre 1938 und 1945 sind vorhanden, Namen um Namen, die uns in Erinnerung bleiben und auch stolz machen zum 125-Jahr-Jubiläum. Einer der Namen auf der Liste ist Ernst Cometto.

Ernst Cometto (ganz rechts) absolvierte von 1945 – 1949 seine Lehre als Buchdrucker bei Eduard Engelberger-Erni.
Gemeinsam im Drucksaal der Engelberger Druck AG: Geschäftsleiter Edi -Engelberger-Odermatt mit Ernst Cometto und Edi Engelberger Senior.
Werner Risi an der  GTO-Druckmaschine.
Herbert Businger an der KORD-Druckmaschine.
Karl Ott an der 2-Farben-Druckmaschine

Nr. 8 / 25

1966: Erste Heidelberg-Offset-Druckmaschine

70 Jahre beherrschte in unserer Firma der Buchdruck mit Hand- und Bleisatz-Formen und Clichés die Drucktechnik. Auch die Postkarten im Vierfarbendruck wurden auf einem Original Heidelberg Buchdruckzylinder im Format 50/70 cm gedruckt. Doch nach und nach drängten verschiedene Druckmaschinenmarken mit der Technik Offsetdruck auf den Markt. Edi Engelberger-Blättler erinnert sich noch gut, wie es mit dem Offsetdruck bei Engelberger Druck anfing: «Schon in meiner Lehrfirma, der Keller Druckerei in Luzern, habe ich den Offsetdruck kennengelernt, aber es lief nicht immer alles wie gewünscht. Mein Vater, ein Drucker alter Schule, sagte mir damals, sobald Heidelberg eine Offsetmaschine auf den Markt bringt, dann schlagen wir zu! Das leuchtete mir ein, denn Heidelberg war der Weltmeister im Buchdruck und ist es heute auch noch im Offsetdruck. 1966 war es so weit und wir bekamen von der Firma Lüscher Leber in Bern, dem Importeur, eine der ersten Kord 47/64 cm in der Schweiz.»

Die neue Technik forderte auch die Schriftsetzer, allen voran Heinz Keller. Über Nacht richtete er in einem Raum des Papierkellers die sogenannte Vorstufe ein, um Druckplatten für die Kord herstellen zu können und alle nötigen Chemikalien zu lagern.

In kürzester Zeit und zusammen mit Drucker Karl Ott wurde 1972 die Druckkapazität um eine 2-Farben-Maschine im Druckformat 52 x 74 cm und eine 72 x 102 cm Maschine erweitert.

Nach dem Umzug im November 1985 in die Oberstmühle 3 gab es nur noch Offsetdruck im Gross­format und im Kleinformat 37 x 52 cm.

Der Buchdruck war Geschichte und der Offsetdruck die Zukunft. So drucken wir bis heute den Unterwaldner im Offsetdruck auf einer Heidelberg 8-Farben-Maschine im Format 74 x 105 cm, das heisst 32 Seiten 4-farbig pro Durchgang.

Nr. 9 / 25

1974: Die Ära Eduard «Edi» Engelberger-Blättler beginnt

Für Eduard «Edi» Engelberger-Blättler, geboren am 26. Januar 1940, stand sehr schnell fest, dass er in die Fussstapfen seiner Vorfahren treten wird. Nach dem Besuch der Handelsschule am Kollegium Sarnen lernte er den Beruf des Schriftsetzers von der Pike auf beim damaligen «Luzerner Tagblatt». Nach einer beruflichen Weiterbildung trat er 1964 in den väterlichen Druckereibetrieb ein. Edi baute das Unternehmen technisch stetig aus, bevor er 1974 die Firma übernahm. 1964 heiratete er Doris Blättler, vom Brunifeld in Wolfenschiessen. Der Ehe entsprossen drei Kinder, eine Tochter und zwei Söhne. Tochter Daniela ist verheiratet mit Damian Hunkeler, sie wohnen mit Tochter Carla, dem ersten Grosskind, in Luzern. Sohn Edi jun. ist verheiratet mit Beatrice Odermatt von Stans. Sie haben eine Tochter und zwei Söhne und wohnen in Stans im Haus des Firmengründers an der Stansstaderstrasse. Heute führt Edi die Druckerei in der 5. Generation. Sohn Pascal ist als selbständiger Anwalt in Luzern tätig. Er ist mit Eliane Christen von Stans verheiratet, hat drei Töchter und wohnt in Stans.

Politisch stark engagiert
Edi widmete sich stark der Politik und war sowohl Gemeinderat als auch Gemeindepräsident von Stans. Darüber hinaus amtete er als Landrat, später als Regierungsrat und Landammann und wurde 1995 als Liberaler in den Nationalrat gewählt. Er arbeitete 16 Jahre in Bern mit Herzblut für seinen Kanton, für die KMU, Unternehmen sowie mit Oskar Schwenk für die Pilatus. Der Ausbau des Waffenplatzes Wil bei Oberdorf zum Standort der Swisscoy, der sich heute schweizweit als Vorbild präsentiert, war ein weiterer Meilenstein seiner Arbeit in Bern. Zudem war er Kdt der Geb S Kp II/12, später Kdt im Füs Bat 145 und als Oberst Kdt des Ter Rgt 91 und leistete mehr als 1700 Diensttage. Darüber hinaus war Edi von 1992 bis 2000 Präsident des Schweizerischen Skiverbandes (Swiss-Ski). Das Amt des Präsidenten des Schweizerischen Gewerbeverbandes bekleidete er von 2004 bis 2010. Nach seinem Rücktritt als Nationalrat 2011 ist er noch heute bei seinem Sohn Edi Verwaltungsratspräsident der Engelberger Druck AG und feiert mit Freude 125 Jahre Engelberger beeindruckend.

Name

Edi Engelberger-Blättler

Geburtstag

26. Januar 1940

Familie

Ehefrau: Doris Engelberger-Blättler
Kinder: Daniela Hunkeler-Engelberger
Edi Engelberger-Odermatt
Pascal Engelberger-Christen

Funktion im Betrieb

Geschäftsinhaber von 1974 bis 2006

Edi vor seinem Öl­gemälde der Lands­gemeinde 1993. V.l.: Landschreiber Josef Baumgartner, Landammann Edi Engel­berger, Landschreiber Karl Christen. Hinten: Landweibel Josef Camenzind und «Hälmi-Bläser». Vorne die «Landsknechte».
Feuchtfröhlicher Abschied vom Bleisatz
(vorne v.l.): Franz ­Amrein, Hugo Gander,
Herbert Businger, ­Fridolin Amstutz,
Hans ­Henninger, Max Lüthi, Jürgen Köninger,
Heini Gut und Ludek Novak.
(Oben): Otto ­Anderhirsen.
Mit dem Heidelberg Suprasetter erstellt Guschti Baumgartner heute die Druckplatten innerhalb weniger Minuten.

Nr. 10 / 25

1976: Vom Bleisatz zum Film-Fotosatz

80 Jahre Hand- und Maschinensatz – hätte man sie alle gezählt, so wären sicher Milliarden von Einzelbuch­staben zusammengekommen, die in all den Jahren durch die Hände der Schriftsetzer in unserem Haus gingen. Die Buchstaben aus dem legendären Setzkasten und Titel­schriften von der Ludlow-Giessmaschine waren das tägliche Brot der Schriftsetzer. Dann kam der Maschinen­satz dazu. Die erste «Linotype» wurde 1911 in Betrieb genommen. Damit wurden Bleizeilen anstelle von Einzelbuchstaben gegossen. Unvergessliche Namen wie Ernst Brandenberg, Edi Engelberger-Erni, der «Hansli Edi» (Edi Odermatt) und Herbert von Büren arbeiteten Tag- und Nachtschicht an der Linotype.

Doch Mitte der 70er Jahre entwickelte sich die Technik weiter. Die erste Generation von Fotosatzmaschinen kam auf den Markt. Edi Engelberger-Blättler erinnert sich: «Wie schon beim Wechsel zum Offsetdruck kam der Rat meines Vaters, erst umzustellen, wenn die Firma Linotype, die Nummer eins im Bleisatz, eine Fotosatzmaschine auf den Markt bringt. 1976 war es so weit, wir konnten die erste Linotronic vom Importeur Ettenauer, Zürich in Betrieb nehmen. Es war ein harziger Start mit sogenannten Kinderkrankheiten. Für alle war es Neuland, eine technische Revolution, mit dem Computer zu arbeiten. Insbesondere für die älteren Schriftsetzer war es eine riesige Herausforderung. Die meisten haben es mit Fleiss, Übung und Durchhaltewillen geschafft.»

Durch den Fotosatz wurde die Satzqualität erheblich verbessert und die Produktivität gesteigert. Die Datenübertragung von Kunden und Agenturen findet heute innert Minuten statt.

Heute heisst der Stand der Technik Computer to Plate (CTP). Bei dieser Technologie werden die Druckdaten mittels Laser direkt auf die Aluminium­druckplatte übertragen. Die Weiterentwicklungen in dieser Technologie führten zu einem qualitativ hochwertigen Druck­erzeugnis. Im Jahre 2020 gelang es der Engelberger Druck AG ein System in Betrieb zu nehmen, welches kein Wasser mehr für den Spülprozess der Druckplatten benötigt. Damit werden pro Jahr mehr als 100’000 Liter Wasser eingespart. Das ist ein weiterer Meilenstein im Swiss PSO-Vollaudit.

Nr. 11 / 25

1985: Neubau und «Züglete» ins neue Druckcenter

Die Engelberger Druckerei mit Sitz an der Stansstader­strasse 16 expandierte von Jahr zu Jahr. Anfang der 80er Jahre belegte sie bis hinauf in das zweite Stockwerk alle verfügbaren Räumlichkeiten. Mit damals mehr als 40 Mitarbeitenden und tausenden Tonnen Papieranlieferungen wurde es im Dorf zu eng.

Deshalb hielt die Geschäftsleitung zusammen mit dem Ingenieur und Generalunternehmer Max Ammann Ausschau nach einem geeigneten Grundstück. Mit dem Land an der Oberstmühle fand man schliesslich den perfekten Standort. Nachdem auch der Wechsel der Sieb­druckerei von Walter Bösch mit seinen grossen Maschinen von Luzern nach Stans unter Dach und Fach war, konnte mit der Planung begonnen werden. Die Raumaufteilung stand schnell fest: Die Bösch Siebdruck AG bezog das Erd­geschoss, die Engelberger Druck AG das erste Ober­geschoss. Das neue Gewerbe­gebäude wurde in ein­jähriger Bauzeit, mit Anlagekosten von rund 8,5 Millionen Franken und einem Bauvolumen von 18 000 m3, durch die Ammann Generalunternehmung AG aus Stansstad erstellt.

Im Oktober 1985 war es so weit: Das neue Firmengebäude war fertig und es konnte gezügelt werden – ein ­historischer Moment nach 90 Jahren mitten im Dorf. Das minutiös ­geplante Einrichtungs­konzept von Heinz Keller und die perfekt organisierte «Züglete» von Maschinen, Geräten und Papierlager unter der Leitung des damaligen Geschäftsführers Markus Kurmann war entscheidend für den ­reibungslosen Übergang in die neuen Räumlichkeiten im Druckcenter Stans-Nord. Dazu ­kamen Neuinvestitionen im Volumen von über 2 Millionen Franken in Mehrfarben-Druck­maschinen, Falzmaschinen, Sammel­hefter und neue Filmsatzgeräte für die Vorstufe. Gleich­zeitig fanden die Siebdruckmaschinen von Walter Bösch den Weg über die ­Autobahn in das neue Gebäude. ­Damit war die Vision eines gemeinsamen Druckcenters perfekt.

Der Standort an der Autobahneinfahrt Stans-Nord in der Oberstmühle 3 in Stans war ein Glücksfall und ist es bis heute. Dank der verkehrsgünstigen Lage sind unsere Kunden von nah und fern in drei Minuten von der Autobahn bei uns im Druckcenter und genauso schnell wieder zurück.

Fortsetzung folgt am 9. Juni 2021.

Heinz ­Keller (links) und Markus ­Kurmann (rechts) ­organisierten die ­«Züglete» ins Druck­center Stans-Nord.
Das Gebäude an der Oberstmühle 3 in Stans war im Oktober 1985 bezugsbereit.
Walter Bösch und Edi Engelberger stossen auf das gemeinsame Druckcenter an.
Links: Die Druckmaschine wird mit einem Kran ins Gebäude gehievt. Rechts: Monteure der Firma Lüscher Leber & Co. AG beim Zusammenbau der Druckmaschine.
Die Druckvorstufe konnte mit Jürgen Köninger, Heinz Keller, Hans ­Henninger und Max Lüthi (von links) pünktlich ihre ­Arbeit wieder aufnehmen.
Edi Engelberger jun., seit 2006 Geschäftsleiter mit seinen Vorgängern Edi Engelberger sen. (rechts) und Markus Kurmann (links) – 47 Jahre
erfolgreiche Geschäftsleitung vereint.

Nr. 12 / 25

1985: Bezug und Start im Druckcenter Nord-Süd

Die «Züglete» war die erste Herausforderung, doch das Einrichten im neuen Druckcenter von der Vorstufe (Satz) über den Druck zur Falzmaschine und den Sammelhefter war die nächste Hürde. «Lediglich drei Tage hatten wir uns dafür Zeit gegeben; Donnerstag, Freitag und Samstag, denn am Montag musste der Betrieb gestartet werden. Die Auftrags­termine waren fix für Periodika und bereits bestätigte wichtige Aufträge», weiss Edi Engelberger sen. noch genau. Auch der damalige Geschäftsführer Markus Kurmann erinnert sich noch gut an diese intensiven ersten Tage: «Die neuen Maschinen waren in der End­phase der Montage, die Monteure der Firma Heidelberger Druckmaschinen AG und auch alle anderen hatten sehr gute Arbeit geleistet. Jetzt lag es an uns Mitarbeitern, über vierzig waren es damals, vollen Einsatz zu leisten, denn alle wollten ins neue Druckcenter.» «Die Motivation und die Einsatzbereitschaft von allen – das war mit Freude und Stolz ver­bunden und Dankbarkeit von unserer Seite», sagt Edi Engelberger sen.

Am Montag, den 11.11. um 11:11 Uhr erfolgte der Startschuss, die Maschinen begannen zu rattern und der Betrieb und die Produktion wurden gestartet. Ein unvergessliches Erfolgserlebnis für alle – bis heute nach 125 Jahren Engelberger beeindruckend.