Von 1896 bis 2021

125 Jahre Engelberger Druck

Nr. 1 /25

Beeindruckende Geschichte
seit 125 Jahren

2021 feiern wir ein ganzes Jahr lang – blicken Sie mit uns zurück auf Ereignisse der vergangenen 125 Jahre, die für Tradition und Fortschritt stehen. Eine beeindruckende Entwicklung, aus der eine Erfolgsgeschichte mit treuen Mitarbeitern, Partnern und Kunden wurde.

Die Engelberger Druck AG nimmt Sie mit auf eine Zeitreise ins Jahr 1896 bis hin zur Gegenwart und zeigt Ihnen das ganze Jahr, alle zwei Wochen, im Unterwaldner die zentralen Meilensteine und Personen, die das Unternehmen geprägt haben.

Wussten Sie, dass die Geschäfte der Engelberger Druck AG von 1924 bis 1938 von einer Frau geführt wurden? Oder, dass der Gründer des Unter­nehmens, Karl Engelberger-Engelberger, auch ein Dichter und Poet war? Als eigenständiges, inhaber­geführtes Unternehmen steht bei uns die Familie über allem. Deshalb hegen und pflegen wir unsere Druckerei in der 5. Generation wie unser eigenes Kind. Und dies seit beeindruckenden 125 Jahren.

Name

Karl Engelberger-Engelberger

Geburtstag

28. Dezember 1852

Familie

Ehefrau: Emma Engelberger-Engelberger mit den Söhnen Karl und Albert

Funktion im Betrieb

Gründer Engelberger Druck AG

Neben dem Beruf

Dichter und Literat

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 1896: Geschäftsgründung
Karl Engelberger-Engelberger

Karl Engelberger sen. wurde am 28. Dezember 1852 in Stansstad als Sohn von Anton und Josefa Engelberger-Blättler geboren. Josefa war die einzige Tochter des bekannten Unternehmers, Bauherrn, ­Regierungsrats und liberalen Politikers Kaspar Blättler vom Rotzloch. Der junge Engelberger übernahm nach dem Tode seines Gross­vaters dessen Papierfabrik im Rotzloch. 1879 wechselte er in die eigene ­Landwirtschaft auf der Burg Rotzberg. Dort entwickelte sich die ­Leidenschaft für sein literarisches und dichterisches Schaffen. Berühmt ­wurde er vor allem durch seinen «Sang vom Rotzberg» unter dem Pseudonym Erni am See. 1883 arbeitete er als Sekretär bei der Schweizerischen Landesausstellung in Zürich. Danach war er bei verschiedenen Papier­fabriken als Korrespondent angestellt. Im Jahr 1896 baute er ein grosses stattliches Haus in Stans und installierte darin eine Buchdruckerei und Papeterie. Die Geburtsstunde der Engel­berger Druck AG. Im Militär diente er als Oberleutnant in der 4. Kp im Füs Bat 47.

Nidwaldner Bote
1906 gründete Karl Engelberger-Engelberger den «Nidwaldner Boten» und war bis 1909 als Redaktor und Verleger tätig. Im ­gleichen Jahr wurde unter seiner Führung das Volksblatt für ­Ob- und Nidwalden «Unterwaldner» gegründet, dort war er bis 1917 Verleger und Redaktor. Karl Engelberger-Engelberger war in der Politik aktiv und ein treues Mitglied der Liberalen Partei Nidwaldens. Im Alter von 64 Jahren verstarb er am 11. August 1917.

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1906: Gründung
«Nidwaldner Bote»

Im Januar 1906 erschien im Verlag und unter der Redaktion des Buchdruckers Karl Engelberger-Engelberger in Stans das erste Mal der «Nidwaldner Bote» als liberales Blatt. Schon 1844 besass Nidwalden mit dem «Nidwaldner Wochenblatt» für kurze Zeit eine eigene Zeitung. Diese wurde jedoch auf Betreiben der Geistlichkeit wieder verboten. Erst später mit dem Durchbruch der Pressefreiheit wurde die Zeitung wieder veröffentlicht. Der «Nidwaldner Bote» fusionierte im Jahr 1909 mit dem «Unterwaldner». Gedruckt wurde das Blatt unter dem Namen «Der Unterwaldner – Volksblatt für Ob-und Nidwalden» auf einer Schnellpresse Planeta der damaligen Engelberger Buchdruckerei. Der Sohn von Karl Engelberger-Engelberger, Karl Engelberger jun. (1879-1924), übernahm 1917 den väterlichen Betrieb sowie die Redaktion und den Druck des «Unterwaldners». Nach seinem frühen Tod im Jahre 1924 übernahm seine Frau Anna Engelberger-Durrer für die kommenden 14 Jahre als Verlegerin die Verantwortung für das Volksblatt. Von 1938 bis 1973 übernahm Eduard Engelberger-Erni die Verlagstätigkeit für den «Unterwaldner». Ab 1974 übertrug er die Verantwortung an seinen Sohn Edi Engelberger-Blättler.

Das Ende vom «Unterwaldner»
1981 gründeten der Verlag Edi Engelberger und der Verlag Keller & Co. AG – in Übereinkunft mit der liberalen Partei Nidwalden – das «Nidwaldner Tagblatt». Von da an bis Ende 1982 erschien «Der Unterwaldner» noch als Beilage im neuen Tagblatt. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde jedoch 1983 beschlossen, die Herausgabe des «Unterwaldners» einzustellen. Edi Engelberger-Blättler schrieb damals: «Ein Stück ­Geschichte in der Presselandschaft von Ob- und Nidwalden und unseres Verlages geht zu Ende, möge die Zukunft trotzdem weiter leuchten.»

1906

Gründung «Nidwaldner Bote»

1943

50 Jahre «Unterwaldner» Jubiläum des freien Wortes

1969

75 Jahre «Unterwaldner»

1982

Verkauf an Luzerner Tagblatt

1983

1. Auflage Nidwaldner Tagblatt (Neue Nidwaldner Zeitung) und Einstellung des «Unterwaldner»

Name

Karl Engelberger-­Durrer

Geburtstag

28. Dezember 1879

Familie

Ehefrau Anna Engelberger-Durrer mit den Söhnen Karl, Eduard, Albin und Anton

Funktion im Betrieb

Eigentümer

Neben dem Beruf

Politiker
Liberale Partei Nidwalden

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1917: Karl Engelberger-Durrer tritt in die Fussstapfen seines Vaters

Der am 28. Dezember 1879 geborene Karl Engelberger-Durrer war Buchdrucker und Verleger des «Unterwaldners» und gleichzeitig Redaktor und Parteisekretär. Er stellte sein Können und seine Fähigkeiten in die Dienste des «Unterwaldners», um die Zeitung auszubauen und mehr Leser zu gewinnen. Als Sekretär förderte er in hingebungsvoller Kleinarbeit den Aufbau und die Aktivierung der Liberalen Partei Nidwalden. Nach dem Tod seines Vaters 1917 übernahm er zusammen mit seiner Frau Anna Engelberger-Durrer die Buchdruckerei an der Stansstaderstrasse. Seine damaligen Zeitgenossen beschrieben ihn als Mann von edlem Charakter, beruflicher Tüchtigkeit und politischem Weitblick.

Anna Engelberger-Durrer übernimmt die Leitung
Nach nur sieben Jahren an der Spitze der Buchdruckerei wurde Karl Engelberger-Durrer 1924 leider viel zu früh, erst 45-jährig, aus dem Leben gerissen. Er hinterliess seine Frau Anna und vier unmündige Söhne. Da diese zur Nachfolge noch viel zu jung waren, übernahm Anna Engelberger-Durrer die Zügel der Buchdruckerei und führte diese erfolgreich, bis sie 1938 die Geschäftsleitung an ihren Sohn Eduard Engelberger-Erni übergab.

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1924: Anna Engelberger-Durrer übernimmt

Als 1924 Karl Engelberger-Durrer mit nur 45 Jahren verstarb, musste schnell eine Lösung für die Weiterführung der Engelberger Buchdruckerei gefunden werden. Die vier Söhne waren allesamt noch zu jung, um in die Fussstapfen ihres Vaters zu treten. Deshalb übernahm seine Frau Anna Engelberger-Durrer 1924 die Zügel der Buchdruckerei. Nach der Übernahme zeigten sich die wahre Grösse und der Mut von Anna Engelberger-Durrer, die nicht bloss den Druckereibetrieb, sondern auch die angegliederte Papeterie in ihre Hände nahm und fortan mit viel Sachkenntnis und Geschäftssinn weiterlenkte. Sie führte und leitete das Unternehmen 14 Jahre lang durch zum Teil schwierige Zeiten, bis ihre Söhne Karl und Eduard ihre Ausbildung abgeschlossen hatten. 1938 übergab Anna Engelberger-Durrer die Buchdruckerei in die Hände ihres Sohnes ­Eduard. Karl ­Engelberger übernahm den Papier­handel, den Post­kartenverlag und eröffnete die Papeterie am alten Postplatz.

Ein sonniges Gemüt

Anna Engelberger-Durrer war für ihr sonniges, liebenswürdiges Gemüt und ihre Naturverbundenheit bekannt. Nach der Übergabe an ihren Sohn Eduard blieb Anna Engelberger-Durrer der gute Geist im Hause Engelberger an der Stansstaderstrasse. Sie blieb allen geschäftlichen und auch politischen Fragen mit Tatkraft und Interesse verbunden, half mit Ratschlägen aus und verbreitete unentwegt eine Atmos­phäre des Frohsinns. Ihr bereitete es grosse Freude, als Grossmutter und Urgrossmutter zu erleben, wie ihre Enkel und Urenkel aufwuchsen.
Im September 1969 verstarb sie im Alter von 85 Jahren im Kreise ihrer Familie. Dank Anna Engelberger-­Durrer können und dürfen wir dieses Jahr unser 125-jähriges Jubiläum feiern.

Im Jahre 1966 verlegte Karl Engelberger-Nicod seinen Geschäftssitz nach Stansstad und baute am Dorfeingang bei der Achereggbrücke das -imposante Haus «La Palma» und Charly Karl Engelberger Junior führte das Unternehmen erfolgreich in die 3. Generation. Der Zwillingsbruder von Eduard Engelberger-Erni, Dr. iur Albin Engelberger-Jost, Staatsanwalt in Nidwalden, verstarb leider allzu früh mit 30 Jahren. Annas jüngster Sohn, Dr. med. dent. Anton Engelberger-Braun, hatte seinen Wohnsitz und die Zahnarztpraxis in Basel. Sein Enkel Dr. iur Lukas Engelberger fand, wie vererbt, seinen Weg in die Politik und ist heute Regierungsrat und Gesundheitsdirektor in Basel-Stadt.

Name

Anna Engelberger-Durrer

Geburtstag

24. Mai 1884

Familie

Ehemann: Karl Engelberger-Durrer (verst. 1924) mit den Söhnen
Karl Engelberger-Nicod, Eduard Engelberger-Erni, Dr. iur Albin Engelberger-Jost und Dr. med dent. Anton Engelberger-Braun

Funktion im Betrieb

Inhaberin von 1924 bis 1938

Name

Eduard Engelberger-Erni

Geburtstag

3. Juni 1911

Familie

Ehefrau: Lina (Lineli) Engelberger-Erni (verst. 1980)
Kinder: Edi Engelberger-Blättler, Annemarie von Holzen-Engelberger und René Engelberger-
Niederberger

Funktion im Betrieb

Inhaber von 1938 bis 1974

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1938: Eduard Engelberger-Erni
geht neue Wege

Eduard Engelberger-Erni (Edi) wurde am 3. Juni 1911 als einer von vier Söhnen von Anna und Karl Engelberger-Durrer geboren. Nach der Handelsschule und einer Schriftsetzerlehre besuchte er die Kunstgewerbeschule in Zürich und schloss an der deutschen Meisterschule für Buchdrucker in München seine Ausbildung ab. 1938 übernahm er von seiner Mutter die familieneigene Druckerei in Stans. Er führte die Druckerei mit Erfolg und grossem Durchhaltewillen durch die schweren Zeiten des 2. Weltkrieges in eine sichere Zukunft und vom Buchdruck in den Offsetdruck. 1950 wurde der Platz zu eng und er baute bis fast an die Bahnlinie eine neue Druckerei an.

Markenzeichen Zigarre
Eduard Engelberger-Erni engagierte sich stark in der Politik. Er übte das Amt des Gemeindepräsidenten von Stans aus, war Landrat und von 1960 bis 1962 Landratspräsident. Sein Markenzeichen war die Zigarre – ohne diese sah man ihn fast nie. Dementsprechend würdigte ihn der Rotary Club Stans, in dem er Mitglied war, anlässlich seines Geburtstags: «Wer mit Genuss den dicken Stumpen raucht, im edlen Beaujolais den Schnabel taucht, gerne hockt und debattiert und lacht. Kurz – wem das ganze Leben Freude macht, wer gerne tut ein nettes Festchen reissen, so einer kann nur Edi Engelberger-Erni heissen.»

Edi war verheiratet mit Lina (Lineli) Erni von Hergiswil. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor: eine Tochter, zwei Söhne – einer davon Edi Engelberger-Blättler, der 1974 die Druckerei übernahm. Seine Schwester Annemarie von Holzen-Engelberger und der Bruder René Engelberger-Niederberger sind in Beckenried und Stansstad wohnhaft. Werner von Holzen, der Mann von Annemarie, und René Engelberger waren beide als Vizedirektoren bei der Nidwaldner Kantonalbank tätig. Annemarie arbeitete, nach der Handelsschule im St. Clara, mehr als 30 Jahre als Allrounderin in der Engelberger Druckerei und im Articolo.

Im Dezember 1981 verstarb Edi Engelberger-Erni im Alter von 70 Jahren. Sein Lebenswerk ging dank seines fortschrittlichen Geschäftssinns in der nächsten Generation erfolgreich weiter.

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1945: Der erste Druckerlehrling
Ernst Cometto

«Ich hatte immer Freude am Arbeiten», erklärt Ernst Cometto, der als erster Lehrling nach dem Krieg bei der Engelberger Buchdruckerei anfing. Mit der Lehre zum Buchdrucker von 1945 bis 1949 legte der heute 91-Jährige den Grundstein für seine berufliche Laufbahn. Sein Beruf führte ihn über verschiedene Stationen in der Zentralschweiz über Anstellungen in England und Kanada bis zu seiner eigenen Druckerei in Stansstad, die er während 34 Jahren führte. Zu seiner vierjährigen Lehre kam Ernst Cometto äusserst unverhofft: «Ich hatte mich als 15-Jähriger beim Amtsblatt auf eine Stelle als ‹Ausläufer› beworben. Nach drei Tagen wurde ich im Geschäft an die Druckmaschine gestellt und bekam kurz darauf einen Lehrvertrag.» Die Gewerbeschule in Luzern besuchte er einmal pro Woche, «immer mit dem Velo». Während seiner Lehrzeit bestand der Druckereibetrieb aus sechs Mitarbeitenden und zwei Lehrlingen. Neben der Bedienung der Druckmaschine gab es viele Aufgaben für die Lehrlinge, erinnert sich Ernst Cometto: «Wir durften alles machen. Papier schneiden, falzen und heften gehörte ebenso dazu wie auch putzen und im Keller aufräumen.» Die Technik könne man natürlich gar nicht mehr vergleichen, aber eine solide Berufsausbildung habe auch heutzutage noch einen hohen Stellenwert für junge Menschen, meint Ernst Cometto, dessen erlernter Beruf heute die Bezeichnung Drucktechnologe trägt.

Die Lehrlingsausbildung ist unser Kapital. In den vergangenen 80 Jahren haben 120 junge Menschen ihre Berufslaufbahn bei der Engelberger Druck AG gestartet. Mit der neuen Technik veränderten sich auch die Bezeichnungen der interessanten, vielseitigen und kreativen Berufe, die wir heute noch anbieten. Die damaligen Buchdrucker und Schriftsetzer sind heute Drucktechnologen, Polygrafen und Printmedienverarbeiter. Die kompletten Namenslisten unserer Lehrlinge bis zurück in die Jahre 1938 und 1945 sind vorhanden, Namen um Namen, die uns in Erinnerung bleiben und auch stolz machen zum 125-Jahr-Jubiläum. Einer der Namen auf der Liste ist Ernst Cometto.

Ernst Cometto (ganz rechts) absolvierte von 1945 – 1949 seine Lehre als Buchdrucker bei Eduard Engelberger-Erni.
Gemeinsam im Drucksaal der Engelberger Druck AG: Geschäftsleiter Edi -Engelberger-Odermatt mit Ernst Cometto und Edi Engelberger Senior.
Werner Risi an der  GTO-Druckmaschine.
Herbert Businger an der KORD-Druckmaschine.
Karl Ott an der 2-Farben-Druckmaschine

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1966: Erste Heidelberg-Offset-Druckmaschine

70 Jahre beherrschte in unserer Firma der Buchdruck mit Hand- und Bleisatz-Formen und Clichés die Drucktechnik. Auch die Postkarten im Vierfarbendruck wurden auf einem Original Heidelberg Buchdruckzylinder im Format 50/70 cm gedruckt. Doch nach und nach drängten verschiedene Druckmaschinenmarken mit der Technik Offsetdruck auf den Markt. Edi Engelberger-Blättler erinnert sich noch gut, wie es mit dem Offsetdruck bei Engelberger Druck anfing: «Schon in meiner Lehrfirma, der Keller Druckerei in Luzern, habe ich den Offsetdruck kennengelernt, aber es lief nicht immer alles wie gewünscht. Mein Vater, ein Drucker alter Schule, sagte mir damals, sobald Heidelberg eine Offsetmaschine auf den Markt bringt, dann schlagen wir zu! Das leuchtete mir ein, denn Heidelberg war der Weltmeister im Buchdruck und ist es heute auch noch im Offsetdruck. 1966 war es so weit und wir bekamen von der Firma Lüscher Leber in Bern, dem Importeur, eine der ersten Kord 47/64 cm in der Schweiz.»

Die neue Technik forderte auch die Schriftsetzer, allen voran Heinz Keller. Über Nacht richtete er in einem Raum des Papierkellers die sogenannte Vorstufe ein, um Druckplatten für die Kord herstellen zu können und alle nötigen Chemikalien zu lagern.

In kürzester Zeit und zusammen mit Drucker Karl Ott wurde 1972 die Druckkapazität um eine 2-Farben-Maschine im Druckformat 52 x 74 cm und eine 72 x 102 cm Maschine erweitert.

Nach dem Umzug im November 1985 in die Oberstmühle 3 gab es nur noch Offsetdruck im Gross­format und im Kleinformat 37 x 52 cm.

Der Buchdruck war Geschichte und der Offsetdruck die Zukunft. So drucken wir bis heute den Unterwaldner im Offsetdruck auf einer Heidelberg 8-Farben-Maschine im Format 74 x 105 cm, das heisst 32 Seiten 4-farbig pro Durchgang.

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1974: Die Ära Eduard «Edi» Engelberger-Blättler beginnt

Für Eduard «Edi» Engelberger-Blättler, geboren am 26. Januar 1940, stand sehr schnell fest, dass er in die Fussstapfen seiner Vorfahren treten wird. Nach dem Besuch der Handelsschule am Kollegium Sarnen lernte er den Beruf des Schriftsetzers von der Pike auf beim damaligen «Luzerner Tagblatt». Nach einer beruflichen Weiterbildung trat er 1964 in den väterlichen Druckereibetrieb ein. Edi baute das Unternehmen technisch stetig aus, bevor er 1974 die Firma übernahm. 1964 heiratete er Doris Blättler, vom Brunifeld in Wolfenschiessen. Der Ehe entsprossen drei Kinder, eine Tochter und zwei Söhne. Tochter Daniela ist verheiratet mit Damian Hunkeler, sie wohnen mit Tochter Carla, dem ersten Grosskind, in Luzern. Sohn Edi jun. ist verheiratet mit Beatrice Odermatt von Stans. Sie haben eine Tochter und zwei Söhne und wohnen in Stans im Haus des Firmengründers an der Stansstaderstrasse. Heute führt Edi die Druckerei in der 5. Generation. Sohn Pascal ist als selbständiger Anwalt in Luzern tätig. Er ist mit Eliane Christen von Stans verheiratet, hat drei Töchter und wohnt in Stans.

Politisch stark engagiert
Edi widmete sich stark der Politik und war sowohl Gemeinderat als auch Gemeindepräsident von Stans. Darüber hinaus amtete er als Landrat, später als Regierungsrat und Landammann und wurde 1995 als Liberaler in den Nationalrat gewählt. Er arbeitete 16 Jahre in Bern mit Herzblut für seinen Kanton, für die KMU, Unternehmen sowie mit Oskar Schwenk für die Pilatus. Der Ausbau des Waffenplatzes Wil bei Oberdorf zum Standort der Swisscoy, der sich heute schweizweit als Vorbild präsentiert, war ein weiterer Meilenstein seiner Arbeit in Bern. Zudem war er Kdt der Geb S Kp II/12, später Kdt im Füs Bat 145 und als Oberst Kdt des Ter Rgt 91 und leistete mehr als 1700 Diensttage. Darüber hinaus war Edi von 1992 bis 2000 Präsident des Schweizerischen Skiverbandes (Swiss-Ski). Das Amt des Präsidenten des Schweizerischen Gewerbeverbandes bekleidete er von 2004 bis 2010. Nach seinem Rücktritt als Nationalrat 2011 ist er noch heute bei seinem Sohn Edi Verwaltungsratspräsident der Engelberger Druck AG und feiert mit Freude 125 Jahre Engelberger beeindruckend.

Name

Edi Engelberger-Blättler

Geburtstag

26. Januar 1940

Familie

Ehefrau: Doris Engelberger-Blättler
Kinder: Daniela Hunkeler-Engelberger
Edi Engelberger-Odermatt
Pascal Engelberger-Christen

Funktion im Betrieb

Geschäftsinhaber von 1974 bis 2006

Edi vor seinem Öl­gemälde der Lands­gemeinde 1993. V.l.: Landschreiber Josef Baumgartner, Landammann Edi Engel­berger, Landschreiber Karl Christen. Hinten: Landweibel Josef Camenzind und «Hälmi-Bläser». Vorne die «Landsknechte».
Feuchtfröhlicher Abschied vom Bleisatz
(vorne v.l.): Franz ­Amrein, Hugo Gander,
Herbert Businger, ­Fridolin Amstutz,
Hans ­Henninger, Max Lüthi, Jürgen Köninger,
Heini Gut und Ludek Novak.
(Oben): Otto ­Anderhirsen.
Mit dem Heidelberg Suprasetter erstellt Guschti Baumgartner heute die Druckplatten innerhalb weniger Minuten.

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1976: Vom Bleisatz zum Film-Fotosatz

80 Jahre Hand- und Maschinensatz – hätte man sie alle gezählt, so wären sicher Milliarden von Einzelbuch­staben zusammengekommen, die in all den Jahren durch die Hände der Schriftsetzer in unserem Haus gingen. Die Buchstaben aus dem legendären Setzkasten und Titel­schriften von der Ludlow-Giessmaschine waren das tägliche Brot der Schriftsetzer. Dann kam der Maschinen­satz dazu. Die erste «Linotype» wurde 1911 in Betrieb genommen. Damit wurden Bleizeilen anstelle von Einzelbuchstaben gegossen. Unvergessliche Namen wie Ernst Brandenberg, Edi Engelberger-Erni, der «Hansli Edi» (Edi Odermatt) und Herbert von Büren arbeiteten Tag- und Nachtschicht an der Linotype.

Doch Mitte der 70er Jahre entwickelte sich die Technik weiter. Die erste Generation von Fotosatzmaschinen kam auf den Markt. Edi Engelberger-Blättler erinnert sich: «Wie schon beim Wechsel zum Offsetdruck kam der Rat meines Vaters, erst umzustellen, wenn die Firma Linotype, die Nummer eins im Bleisatz, eine Fotosatzmaschine auf den Markt bringt. 1976 war es so weit, wir konnten die erste Linotronic vom Importeur Ettenauer, Zürich in Betrieb nehmen. Es war ein harziger Start mit sogenannten Kinderkrankheiten. Für alle war es Neuland, eine technische Revolution, mit dem Computer zu arbeiten. Insbesondere für die älteren Schriftsetzer war es eine riesige Herausforderung. Die meisten haben es mit Fleiss, Übung und Durchhaltewillen geschafft.»

Durch den Fotosatz wurde die Satzqualität erheblich verbessert und die Produktivität gesteigert. Die Datenübertragung von Kunden und Agenturen findet heute innert Minuten statt.

Heute heisst der Stand der Technik Computer to Plate (CTP). Bei dieser Technologie werden die Druckdaten mittels Laser direkt auf die Aluminium­druckplatte übertragen. Die Weiterentwicklungen in dieser Technologie führten zu einem qualitativ hochwertigen Druck­erzeugnis. Im Jahre 2020 gelang es der Engelberger Druck AG ein System in Betrieb zu nehmen, welches kein Wasser mehr für den Spülprozess der Druckplatten benötigt. Damit werden pro Jahr mehr als 100’000 Liter Wasser eingespart. Das ist ein weiterer Meilenstein im Swiss PSO-Vollaudit.

Nr. 11 / 25

1985: Neubau und «Züglete» ins neue Druckcenter

Die Engelberger Druckerei mit Sitz an der Stansstader­strasse 16 expandierte von Jahr zu Jahr. Anfang der 80er Jahre belegte sie bis hinauf in das zweite Stockwerk alle verfügbaren Räumlichkeiten. Mit damals mehr als 40 Mitarbeitenden und tausenden Tonnen Papieranlieferungen wurde es im Dorf zu eng.

Deshalb hielt die Geschäftsleitung zusammen mit dem Ingenieur und Generalunternehmer Max Ammann Ausschau nach einem geeigneten Grundstück. Mit dem Land an der Oberstmühle fand man schliesslich den perfekten Standort. Nachdem auch der Wechsel der Sieb­druckerei von Walter Bösch mit seinen grossen Maschinen von Luzern nach Stans unter Dach und Fach war, konnte mit der Planung begonnen werden. Die Raumaufteilung stand schnell fest: Die Bösch Siebdruck AG bezog das Erd­geschoss, die Engelberger Druck AG das erste Ober­geschoss. Das neue Gewerbe­gebäude wurde in ein­jähriger Bauzeit, mit Anlagekosten von rund 8,5 Millionen Franken und einem Bauvolumen von 18 000 m3, durch die Ammann Generalunternehmung AG aus Stansstad erstellt.

Im Oktober 1985 war es so weit: Das neue Firmengebäude war fertig und es konnte gezügelt werden – ein ­historischer Moment nach 90 Jahren mitten im Dorf. Das minutiös ­geplante Einrichtungs­konzept von Heinz Keller und die perfekt organisierte «Züglete» von Maschinen, Geräten und Papierlager unter der Leitung des damaligen Geschäftsführers Markus Kurmann war entscheidend für den ­reibungslosen Übergang in die neuen Räumlichkeiten im Druckcenter Stans-Nord. Dazu ­kamen Neuinvestitionen im Volumen von über 2 Millionen Franken in Mehrfarben-Druck­maschinen, Falzmaschinen, Sammel­hefter und neue Filmsatzgeräte für die Vorstufe. Gleich­zeitig fanden die Siebdruckmaschinen von Walter Bösch den Weg über die ­Autobahn in das neue Gebäude. ­Damit war die Vision eines gemeinsamen Druckcenters perfekt.

Der Standort an der Autobahneinfahrt Stans-Nord in der Oberstmühle 3 in Stans war ein Glücksfall und ist es bis heute. Dank der verkehrsgünstigen Lage sind unsere Kunden von nah und fern in drei Minuten von der Autobahn bei uns im Druckcenter und genauso schnell wieder zurück.

Heinz ­Keller (links) und Markus ­Kurmann (rechts) ­organisierten die ­«Züglete» ins Druck­center Stans-Nord.
Das Gebäude an der Oberstmühle 3 in Stans war im Oktober 1985 bezugsbereit.
Walter Bösch und Edi Engelberger stossen auf das gemeinsame Druckcenter an.
Links: Die Druckmaschine wird mit einem Kran ins Gebäude gehievt. Rechts: Monteure der Firma Lüscher Leber & Co. AG beim Zusammenbau der Druckmaschine.
Die Druckvorstufe konnte mit Jürgen Köninger, Heinz Keller, Hans ­Henninger und Max Lüthi (von links) pünktlich ihre ­Arbeit wieder aufnehmen.
Edi Engelberger jun., seit 2006 Geschäftsleiter mit seinen Vorgängern Edi Engelberger sen. (rechts) und Markus Kurmann (links) – 47 Jahre
erfolgreiche Geschäftsleitung vereint.

Nr. 12 / 25

1985: Bezug und Start im Druckcenter Nord-Süd

Die «Züglete» war die erste Herausforderung, doch das Einrichten im neuen Druckcenter von der Vorstufe (Satz) über den Druck zur Falzmaschine und den Sammelhefter war die nächste Hürde. «Lediglich drei Tage hatten wir uns dafür Zeit gegeben; Donnerstag, Freitag und Samstag, denn am Montag musste der Betrieb gestartet werden. Die Auftrags­termine waren fix für Periodika und bereits bestätigte wichtige Aufträge», weiss Edi Engelberger sen. noch genau. Auch der damalige Geschäftsführer Markus Kurmann erinnert sich noch gut an diese intensiven ersten Tage: «Die neuen Maschinen waren in der End­phase der Montage, die Monteure der Firma Heidelberger Druckmaschinen AG und auch alle anderen hatten sehr gute Arbeit geleistet. Jetzt lag es an uns Mitarbeitern, über vierzig waren es damals, vollen Einsatz zu leisten, denn alle wollten ins neue Druckcenter.» «Die Motivation und die Einsatzbereitschaft von allen – das war mit Freude und Stolz ver­bunden und Dankbarkeit von unserer Seite», sagt Edi Engelberger sen.

Am Montag, den 11.11. um 11:11 Uhr erfolgte der Startschuss, die Maschinen begannen zu rattern und der Betrieb und die Produktion wurden gestartet. Ein unvergessliches Erfolgserlebnis für alle – bis heute nach 125 Jahren Engelberger beeindruckend.

Nr. 13 / 25

1985: Gründung des Druckshops im Dorfzentrum Stans

Schon während der Planung des neuen Druckereigebäudes an der Oberstmühle stellte sich die Frage, wie die freiwerdenden Räumlichkeiten im Dorfzentrum am besten genutzt werden sollten. Schnell war klar, dass man den Standort an der Stansstaderstrasse 16 nicht vollständig aufgeben wollte. Ein Druckereibüro im Dorf sollte erhalten bleiben, damit die Kunden weiterhin wie all die Jahre zuvor dort Bestellungen für die Druckerei aufgeben und die fertigen Drucksachen abholen konnten. Um den grossen Raum noch besser zu nutzen, wurde zudem ein Kopiershop eingerichtet. Mitte der 80er-Jahre war das ein guter Entscheid, hatten doch damals die wenigsten Betriebe und Haushalte einen eigenen Computer und Drucker. So wurden ein Farbkopierer von Canon, ein grosser leistungsfähiger Schwarzweisskopierer mit Sortierablage und ein Schwarzweisskopierer zur Selbstbedienung für die Kunden angeschafft. Man konnte auch Dokumente in verschiedenen Ausführungen binden und laminieren lassen. Zur Ergänzung wurden Karten und Kuverts in verschiedenen Formaten in über zwanzig Farben verkauft. Im Angebot waren ausserdem speziell schöne Papiere und ausgesuchte Glückwunsch- und Ereigniskarten. Eine Auswahl auserlesener Papeterieartikel vervollständigte das Sortiment. Der Druckshop Engelberger war geboren. Die Geschäftsführung lag in der Hand von Doris Engelberger-Blättler. Sie wurde tatkräftig und kompetent unterstützt von Annemarie von Holzen-Engelberger und Rita Walker.

Im Jahr 1999 gab es bauliche und technische Veränderungen. Der Computer hatte überall Einzug gehalten und Daten wurden jetzt digital übermittelt. Die Aufgaben des Druckshops wurden vom Digitaldruck der Engelberger Druck AG an der Oberstmühle übernommen. Der grosse ehemalige Drucksaal im Dorf wurde abgerissen, um einem Neubau zu weichen, und an der Stansstaderstrasse 16 begann eine neue Ära mit dem Articolo.

Die Räumlichkeiten an der Stansstader­strasse 16 in Stans wurden ab 1985 vom Engelberger Druckshop und dem Fahrradgeschäft Molk genutzt.
Doris Engelberger-Blättler vor der Kopiermaschine für die Selbstbedienung.
Im Druckshop von Doris Engelberger-Blättler fand man eine grosse Auswahl an farbigen Papieren und auserlesenen Papeterieartikeln.
Edi Engelberger Senior wurde unter einem Vorwand ins Geschäft gelockt und überrascht.
Es wurde getanzt, gelacht und miteinander angestossen.
Auch die politische Prominenz wie Adolf Ogi gratulierte zum runden Geburtstag.

Nr. 14  / 25

1990: 50 Jahre Edi Engelberger sen.

Zum 50. Geburtstag von Edi Engelberger sen. am 26. Januar 1990 organisiert ein aus Mitarbeitenden bestehendes OK ein Riesenüberraschungsfest. Ohne sein Wissen werden Familie, Freunde, Kameraden, Kollegen, treue Kunden und alle Mitarbeitenden eingeladen, um mit Edi zu feiern und ihn hochleben zu lassen.

Um 14.00 Uhr wird Edi sen. unter dem Vorwand ins Druckcenter zitiert, dass die Mitarbeitenden ihm gratulieren wollen. Bei der Ankunft in der Oberstmühle 3 traut er seinen Augen nicht: Zwar ist das Haus dekoriert mit grossen Ballons, aber es stehen keine Autos auf dem Parkplatz. Die machen doch nicht etwa frei wegen meinem Geburtstag, rätselt er.

Dann die grosse Überraschung: Der Gautschmeister Werner Risi, der Tambour Franz Gabriel und die Ehrendamen in der Sonntagstracht erwarten ihn am Eingang und begleiten ihn über den roten Teppich vorbei an den Mitarbeiterinnen, die mit einer roten Rose Spalier stehen, in den festlich dekorierten Drucksaal. Dort wartet schon die ganze Familie und das geheime OK. Im 10-Minuten-Takt betreten Überraschungsgäste mit Trommelwirbel den Festsaal. Es kommen Schulfreunde, politische Wegbegleiter, der 40iger Club, Militärkollegen, Vereinsdelegationen, der eidgenössische Schwingerkönig 1989 Stans, Adrian Käser, Kurt Zurfluh vom Radio, Ruedi Rymann mit dem Gemseli Jäger, Walter Schmid mit seiner Musikband «Old Time Jungle Cats», die Feldmusik Stansstad, die Guggenmusik Hopp dä Bäsä und zum festlichen Abschluss der Gästeschar Korpskommandant Roberto Moccetti und Bundesrat Adolf Ogi.

Nun kann das Fest so richtig losgehen. Die Mitarbeitenden gratulieren mit 50 Flaschen Champagner. Zum Nachtessen gibt es Güggeli vom Grill und Risotto, zubereitet von Geni und Trudi Hess vom Hotel Hess in Engelberg, serviert von den Mitarbeitenden. Dazu spielen abwechslungsweise verschiedene Musikkapellen. Es wird getanzt, gesungen und gefestet, als ob es kein Morgen gäbe. Die letzten Gäste verabschieden sich in den frühen Morgenstunden. Gerührt über das perfekt organisierte Überraschungsfest und als Dank lädt Edi die ganze Belegschaft zu einem dreitätigen Ausflug nach Stans ins Tirol ein. Von diesem beeindruckenden Fest wird noch heute gesprochen. Beeindruckend wie Engelberger Druck seit 125 Jahren.

Nr. 15 / 25

Gautschen – ein uralter Brauch

Gautschen ist ein bis ins 16. Jahrhundert rückverfolgbarer Buchdruckerbrauch. Beteiligt sind an diesem Ritual der Gautschmeister, der erste und zweite Packer sowie der Schwammhalter und natürlich die ganze Belegschaft der Druckerei.

Wenn sich jeweils Ende Juni die Passanten auf dem Stanser Dorfplatz verwundert die Augen reiben, weil eine Schar klatschender, lachender Menschen hilflose, sich nach Kräften wehrende, an den Händen gefesselte Jugendliche im hohen Bogen in den Dorfbrunnen werfen, dann ist Gautschete bei der Engelberger Druck AG. Die Polygrafen, die Drucktechnologen und die Printmedienverarbeiter, die soeben ihre Prüfung erfolgreich bestanden haben, erhalten mit diesem Ritual ihre Auszeichnung zum «Jünger Gutenbergs».

Der Ablauf ist jedes Jahr gleich. Die Lernenden werden vorher nicht darüber informiert, wann genau sie gegautscht werden. Ganz unerwartet schreit der Gautschmeister plötzlich «Packt an!». Dann werden die Lernenden gepackt. Sie versuchen sich nach Kräften zu wehren, werden gefesselt, auf einen Karren gebunden und zum Dorfplatz gefahren. Bevor sie in den Brunnen geworfen werden, werden sie vom Schwammhalter tüchtig durchnässt. Der Gautschmeister ruft indessen durch die Runde: «Packt an! Lasst seinen Corpus Posteriorum fallen auf diesen nassen Schwamm bis triefen seine beiden Ballen. Der durstigen Seele gebt ein Sturzbad oben drauf, das ist dem Sohne Gutenbergs die beste Tauf.» Beim späteren Gautschfest, zu dem die neu erkorenen «Jünger Gutenberg» ihre Kollegen einladen, erhalten sie den traditionellen Gautschbrief. Mit diesem Dokument sind und bleiben sie ein Leben lang mit Stolz «Schwarzkünstler».

«Packt an!», Guschti Baumgartner als Gautschmeister der gegautschten Lernenden Julia Lauber und Yannick Rottmann.
Gautschbrief von Edi Engelberger Senior – übergeben vor genau 60 Jahren in Luzern.

Nr. 15 / 25

Gautschen – ein uralter Brauch

Gautschen ist ein bis ins 16. Jahrhundert rückverfolgbarer Buchdruckerbrauch. Beteiligt sind an diesem Ritual der Gautschmeister, der erste und zweite Packer sowie der Schwammhalter und natürlich die ganze Belegschaft der Druckerei.

Wenn sich jeweils Ende Juni die Passanten auf dem Stanser Dorfplatz verwundert die Augen reiben, weil eine Schar klatschender, lachender Menschen hilflose, sich nach Kräften wehrende, an den Händen gefesselte Jugendliche im hohen Bogen in den Dorfbrunnen werfen, dann ist Gautschete bei der Engelberger Druck AG. Die Polygrafen, die Drucktechnologen und die Printmedienverarbeiter, die soeben ihre Prüfung erfolgreich bestanden haben, erhalten mit diesem Ritual ihre Auszeichnung zum «Jünger Gutenbergs».

Der Ablauf ist jedes Jahr gleich. Die Lernenden werden vorher nicht darüber informiert, wann genau sie gegautscht werden. Ganz unerwartet schreit der Gautschmeister plötzlich «Packt an!». Dann werden die Lernenden gepackt. Sie versuchen sich nach Kräften zu wehren, werden gefesselt, auf einen Karren gebunden und zum Dorfplatz gefahren. Bevor sie in den Brunnen geworfen werden, werden sie vom Schwammhalter tüchtig durchnässt. Der Gautschmeister ruft indessen durch die Runde: «Packt an! Lasst seinen Corpus Posteriorum fallen auf diesen nassen Schwamm bis triefen seine beiden Ballen. Der durstigen Seele gebt ein Sturzbad oben drauf, das ist dem Sohne Gutenbergs die beste Tauf.» Beim späteren Gautschfest, zu dem die neu erkorenen «Jünger Gutenberg» ihre Kollegen einladen, erhalten sie den traditionellen Gautschbrief. Mit diesem Dokument sind und bleiben sie ein Leben lang mit Stolz «Schwarzkünstler».

«Packt an!», Guschti Baumgartner als Gautschmeister der gegautschten Lernenden Julia Lauber und Yannick Rottmann.
Gautschbrief von Edi Engelberger Senior – übergeben vor genau 60 Jahren in Luzern.
Vernissage Rennsport Schweiz Ausgabe 2006 (v.l.): Edi Engelberger sen., Stefan Lüscher mit Peter Sauber.
Vernissage Rennsport Schweiz Ausgabe 2010 (v.l.): Stefan Lüscher, Motorradfahrer Tom Lüthi und Edi Engelberger jun.
Vernissage Rennsport Schweiz Ausgabe 2007 (v.l.): Peter Wyss, Edi Engelberger sen. und Stefan Lüscher.

Nr. 16 / 25

1993: Der Aktiv-Verlag wird
ins Leben gerufen

In den 1990er Jahren gewann die aktive sportliche Betätigung sowohl im Breiten- als auch im Profisport zunehmend an Bedeutung. Damit wuchs auch der Bedarf an einschlägiger Literatur, die sportliche Highlights aufarbeitet, Hintergründe beleuchtet und Zusammenhänge aufzeigt. Immer wieder traten Autoren und Verlage mit der Idee an den sportbegeisterten Edi Engelberger sen. heran, einen Verlag zu gründen. 1993 wurde der Aktiv-Verlag ins Leben gerufen und veröffentlichte als erstes «Highlight» das Sportjahrbuch «Sport Hits» des Sportjournalisten Karl Erb, dessen Reportagen über Bernhard Russi und Roland Collombin legendär sind. Die einzigartige Dokumentation «Sport Hits» vermittelte auf über 280 Seiten die Höhepunkte aus mehr als 50 Sportarten in faszinierenden Bildern und kompetenten Texten.

Im Jahr 1995 folgte gleich der nächste Renner. Seit diesem Jahr produziert und veröffentlicht der Aktiv-Verlag das Schweizer Motorsport-Jahrbuch «RENNSPORT SCHWEIZ» von Stefan Lüscher, seit 2018 von Peter Wyss. Mit rund 600 Fotos und spannenden Texten auf rund 350 Seiten fasst das Buch alle Aktivitäten der Schweizer Motorsportler im In- und Ausland zusammen, von der Formel 1 über den Kartsport bis hin zur Motorrad- oder Zweiradszene.

Darüber hinaus sind im Laufe der Jahre spannende Sach- und Fachbücher sowie Biografien erschienen, wie zum Beispiel der Bildband «Der Vierwaldstättersee mit seinen vier Quellregionen» von Willi P. Burkhardt, dem heute 99-jährigen Fotografen aus Buochs. Weiter unter anderem die Bücher der Olympiasiegerinnen Dominique Gisin «Making it happen» und Michelle Gisin «A true athlete». Unvergesslich ist der Klassiker «Die eine wilde Jagd» von Ernst Rengger sen., der auch heute noch verkauft wird.

Willi P. Burkhardt druckt im Frühjahr 2020 im Alter von 98 Jahren sein Lebenswerk
«Der Vierwaldstättersee mit seinen vier Quellregionen» bei der Engelberger Druck AG.

Nr. 17 / 25

1996: 100 Jahre Druckerei Engelberger

Das Familienunternehmen Engelberger Druck feierte sein 100-jähriges Bestehen im Jahr 1996 mit einem Jahrhundertfest. Dazu waren Familie, Freunde des Hauses, Kunden, Mitarbeitende, Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft eingeladen, die an zwei Abenden in grosser Schar in das eigens dafür aufgestellte Zirkuszelt vis à vis vom Druckcenter strömten. Je 280 Personen liessen sich im festlich geschmückten Zelt mit einem Galadiner verwöhnen.

Der grosse Showblock im Anschluss war einzigartig. Die Entstehung der Firma wurde unter der Regie von Walter Schmid, Luzern, nachgespielt. Vom Maskenbildner zum Verwechseln ähnlich hergerichtete Schauspieler Albert Christen, Walter Christen und Thomas Ittmann stellten die drei verstorbenen Geschäftsführer Karl Engelberger, Karl Engelberger-Durrer sowie Eduard Engelberger-Erni dar. Zwischen diesen Erzählungen folgten der jeweiligen Zeit entsprechende musikalische, turnerische und tänzerische Showeinlagen professioneller Künstler. Im Anschluss an die Reise in die Vergangenheit begrüsste der damalige Geschäftsführer Edi Engelberger-Blättler alle Gäste herzlich, würdigte seine Vorfahren mit ergreifenden Worten, orientierte auch über den gegenwärtigen Stand der Druckerei und warf einen Blick in die Zukunft. Danach sorgte die bekannte Sängerin Monika Kälin für Stimmung. Durch den Abend führten als Conférenciers Edi Engelberger jun. und Beatrice Engelberger-Odermatt, die 5. Generation des Familienunternehmens.

Am Wochenende öffneten sich die Türen der Engelberger Druck AG für alle Interessierten. Hunderte von Besuchern waren begeistert von der modernen Druckerei und genossen zudem die offerierten Speisen und Getränke.

Das beeindruckende 100-Jahr-Fest bleibt allen unvergessen und geht in die Firmengeschichte ein.

Das Festzelt von Zirkus Nock direkt vis à vis vom Druckcenter.
Fünf Generationen vereint auf der Bühne (v.l.): Gründer Karl Engelberger, sein Sohn Karl Engelberger-Durrer und dessen Sohn Eduard Engelberger-Erni (durch Schauspieler verkörpert), Edi Engelberger-Blättler, Edi Engelberger-Odermatt, Trix Engelberger-Odermatt und Doris Engelberger-Blättler.
Monika Kälin sorgte für Stimmung im Festzelt.
Das Ziel immer vor Augen hatte Sandro auch bei seiner Besteigung des Mönch-Gipfels auf 4’107 m ü.M.
Sandro Blättler absolvierte seine vierjährige Grundausbildung zum Bogenoffsetdrucker bei der Engelberger Druck AG.
Vom Bogenoffsetdrucker zum Mitglied der Geschäftsleitung.

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Begeisternder Aufstieg

An sein erstes Highlight bei der Engelberger Druck AG kann sich Sandro Blättler auch nach 25 Jahren noch sehr gut erinnern: Am 100-Jahr-Jubiläum der Druckerei am 30. August 1996 wurden die ankommenden Gäste, darunter Prominente wie Art Furrer und die Nationalräte Franz Steinegger und Jean-Francois Leuba, zur Besichtigung des Unternehmens mit dem Warenlift in die oberen Stockwerke gefahren. Liftboy bei diesem Anlass war der damals 16-jährige Bogenoffsetdruckerlehrling aus Stans: Sandro Blättler. Seit diesem Tag ging die Fahrt für Sandro selbst kontinuierlich nach oben. Nach der Lehre arbeitete er sechs Jahre als Bogenoffsetdrucker im Betrieb, bevor er nach Weiterbildungen zuerst die Produktionsleitung Print und später die Marketing- und Verkaufsleitung übernahm. 

In dieser Funktion ist Sandro heute auch Mitglied der Geschäftsleitung. «Ich konnte mich im Geschäft immer weiterentwickeln, weil meine Vorgesetzten, allen voran Edi Engelberger sen. und jun., mein Potenzial gesehen und mir viele Freiheiten und Möglichkeiten gegeben haben», sagt Sandro. 

Seine Leidenschaft für das Netzwerken und sein Organisationstalent setzt er im selben Mass ein wie er das Unternehmen gegen aussen erfolgreich repräsentiert. Die Kunden glücklich zu sehen, ist sein Ansporn – häufig sind aus diesen Kundenbeziehungen langjährige Freundschaften entstanden. «Ich mag Menschen», fasst Sandro zusammen, was ihn an seinem Beruf fasziniert. Sein über Jahre erworbenes und vertieftes Fachwissen, gepaart mit seinen kreativen Ideen, kommt unseren Partnern und Kunden jeden Tag zugute. Gelernt ist gelernt!

Offsetdrucker, Druck­technologe, Medientechnologe Print – ein ­Beruf mit vielen Namen

Der Berufs des Druckers blickt auf eine lange Tradition zurück. Mit der Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg Mitte des 15. Jahrhunderts traten die ersten Drucker in Erscheinung. Seither hat sich viel verändert. Die Technik hat sich weiterentwickelt und so auch das Berufsbild des Druckers. Der Offsetdrucker wurde im Jahr 2003 zum Drucktechnologen umbenannt und erfuhr 2011 erneut eine Modernisierung zum Medientechnologen Print. Die Hauptaufgaben des Berufs blieben jedoch überwiegend die Selben: das Einrichten der Druckmaschine, die Überwachung des reibungslosen Drucks und die permanente Qualitätssicherung der Auflage. Die Engelberger Druck AG bildet aktuell in jedem der vier Ausbildungsjahre je einen Lernenden aus.

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1998: Auf der Überholspur zum Digitaldruck

Wer langfristig erfolgreich sein will, muss sich stetig verändern. Getreu diesem Motto wurde 1998 die Geschäftseinheit ­Digitaldruck ins Leben gerufen. Mit der Anschaffung der ersten Digitaldruckmaschine in der Zentralschweiz nahm die nächste Erfolgsgeschichte der Engelberger Druck AG ihren Anfang. Die AGFA Chromapress 32i versprach schnellen und günstigen Druck in guter Qualität – und das für kleine Auflagen. Die Pionierarbeit leistete der Typograf Urs Odermatt, der die Leitung des Digitaldrucks übernahm. «Am Anfang mussten wir kämpfen: mit der Qualität, der Maschine, aber auch mit unseren Kritikern. Denn nur wenige konnten sich vorstellen, dass im Digitaldruck die Zukunft liegt», erinnert sich Urs. Die Chromapress enthielt eine Rolle mit kilometerlangem Papier; einmal in der Woche musste sie mit Schmirgelpapier und Aceton gründlich geputzt werden und war fehleranfällig. Doch innerhalb kürzester Zeit erkannten die Kunden die Vorteile, was auch der tatkräftigen Akquise von Urs Odermatt zu verdanken war. Zwei Jahre später konnte mit Daniel Röösli ein zweiter Mitarbeiter für den Digitaldruck eingestellt werden. Das Team Urs/Dani ergänzte sich sehr gut, in stressigen Zeiten wurde in zwei Schichten 24 Stunden pro Tag gearbeitet. Immer leistungsfähigere Maschinen wurden angeschafft. Im Jahr 2009 bezog der Digitaldruck die heutigen Räumlichkeiten im Erdgeschoss der Oberstmühle 3, aufgrund der zu drei Seiten verglasten Fronten von den Mitarbeitern «Aquarium» genannt. 2010 entschloss sich Urs Odermatt, beruflich neue Wege zu gehen und Daniel Röösli wurde neuer Leiter des Digitaldrucks. Heute besteht das Team aus vier motivierten Mitarbeitenden, die unsere Kunden beraten und ihre Druckideen zu Papier bringen.

Professionelle Printprodukte mit persönlicher Note

Eine besondere ­Werbeaktion führte der Digitaldruck 1998 im Auftrag von TRIART anlässlich der Eröffnungsfeier des neuen Nidwaldner Kantonalbank-Gebäudes an der Stansstaderstrasse 54 durch. Ein vorbereitetes Booklet wurde um brandaktuelle Fotos des Anlasses ergänzt, im Digitaldruck gedruckt und am gleichen Abend an die Gäste des Events verteilt. Die personalisierte, schnelle und qualitativ hochwertige Ausführung wurde bei den Kunden begeistert aufgenommen und verschaffte dem Digitaldruck die gewünschte Aufmerksamkeit.

Informationen zu unserem Digitaldruck-Angebot auf digital-engelbergerdruck.ch

Beispiele der vielseitigen Gestaltungsmöglichkeiten im Digitaldruck. Von links: Kundenmailing mit Golddruck und Lackmuster im Hintergrund; Weiss- und Schwarzdruck auf Kreativpapier; Gold-, Weiss- und Lackdruck auf schwarzem Papier.
Urs Odermatt (l.) und Dani Röösli (r.) produzierten als eingespieltes Team innovative und aussergewöhliche Digitaldruckprodukte wie beispielsweise ein Mailing der Engelberger Druck AG (rechts).
In der Boutique findet man neben exklusiver Mode auch auserlesene Wohnaccessoires und Lederartikel.
Das Articolo befindet sich seit 1999 im ehemaligen Druckshop in der Stansstaderstrasse 16. Seither investiert Beatrice Engelberger viel Liebe und Leidenschaft ins Articolo.
ARTICOLO – frischer Wind an der Stansstaderstrasse.

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1999: ARTICOLO – frischer Wind an der Stansstaderstrasse

Am Stammhaus des Firmengründers an der Stansstaderstrasse erinnerte nach dem Auszug des Druckshops nichts mehr an die 103 Jahre zuvor entstandenen Druckereiräumlichkeiten. Einzig das beeindruckende Jugendstilhaus stand noch da in alter Würde und sollte bald in neuem Glanz erstrahlen. Eine tiefe Baugrube liess erahnen, dass auf den Liegenschaften Stansstaderstrasse 14 und 16 zwei Geschäfts-/Wohnhäuser entstehen würden.

Am 9.9.1999 hiess es im ehemaligen Druckshop Vorhang auf für das ARTICOLO. Beatrice Engelberger-Odermatt hatte mit viel Liebe und Charme das neue Geschäft eingerichtet und übernahm zusammen mit Doris Engelberger-Blättler die Führung. Der Laden war und ist auch heute noch bestückt mit exklusiver Mode, Wohnaccessoires sowie Lederartikeln von erlesenen Marken.

Nach und nach, dem Motto Stillstand ist Rückschritt entsprechend, entwickelte sich das ARTICOLO immer mehr zu einer beachteten und geschätzten Modeboutique. Zum 20-Jahr-Jubiläum 2019 wurde das Geschäft komplett neu und stilvoll eingerichtet. Heute ist es zusammen mit dem ARTICOLO im Bürgenstock Resort zu einer Trouvaille für modebewusste Damen aus nah und fern geworden. Beatrice Engelberger ist fortwährend auf der Suche nach neuen, internationalen, trendigen Labels, um den Wünschen der anspruchsvollen Kundschaft Rechnung zu tragen. In Stans und am Bürgenstock weht mit dem ARTICOLO ein Hauch von Paris, Mailand und New York. Das jüngste Kind vom ARTICOLO ist der Pop-up-Store Father und Son im CULINARIUM ALPINUM. Bereits nach der zweiten erfolgreichen Auflage bezeichnen mode­bewusste Herren diesen Shop als ein Muss in Stans.

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2001: «Unterwaldner» – eine Erfolgs­geschichte geht weiter

Nicht nur die Engelberger Druck AG begeht in diesem Jahr ihr Jubiläum, auch der «Unterwaldner – unser Magazin» hat Grund zum Feiern: 2021 gibt es das Magazin seit 20 Jahren. 2001 schrieb der Kanton Nidwalden die Herausgabe des wöchentlich erscheinenden Amtsblatts neu aus, das sowohl amtliche Publikationen als auch Inserate in einem Heft enthielt. Die Engelberger Druck AG bekam den Zuschlag für das Gesamtpaket und man beschloss, Inserateteil und Amtsblatt in Form von zwei verschiedenen Heften voneinander zu trennen. Fortan wurde das Amtsblatt als wöchentliche Beilage des neu erscheinenden Magazins namens «Das Blatt» an die Nidwaldner und Seelisberger Haushalte verteilt.

Grosse Reichweite

Sieben Jahre später wagte die Geschäftsleitung den Sprung über die Kantonsgrenzen hinaus und inte­grierte auch Obwalden in das Einzugsgebiet für das Magazin. Ein Inserateheft mit wettbewerbsfähigen Preisen für zwei Kantone, diese Idee wurde zum Erfolgsmodell. Die Namensänderung von «Das Blatt» zurück zu «Unterwaldner» war der nächste logische Schritt. Die Auflage wurde von 24’000 auf 42’500 Exemplare pro Woche erhöht.

«Wir haben eine sehr gute Stammkundschaft», erklärt Kilian Minder, Verlagsleiter Unterwaldner. «Unser grosser Vorteil ist, dass der Unterwaldner als einziger Gratisanzeiger in den beiden Kantonen Ob- und Nidwalden erscheint. Das Zusammenspiel mit der Engelberger Druckerei ermöglicht es uns, Kundenwünsche flexibel zu erfüllen.» Beihefter können beispielsweise in angepassten Auflagen bestellt und nur in ausgewählten Gemeinden verteilt werden. Der Inserateannahmeschluss ist jede Woche am Montag um 16 Uhr, gedruckt wird der Unterwaldner jeweils in der Nacht von Montag auf Dienstag – um mittwochs in allen Briefkästen und Postfächern in Nid- und Obwalden zu landen. Wir wünschen viel Vergnügen beim Lesen, Stöbern und Blättern!

Ab Redaktionsschluss am Montag um 16 Uhr werden 42’500 Unterwaldner gedruckt, weiterverarbeitet und für den Versand vorbereitet, damit die Broschüren pünktlich am Mittwoch­morgen in den Briefkästen liegen.
Zeitungsausschnitt aus der Neuen Nidwaldner Zeitung vom 5. Januar 2001. Auf dem Bild (v.l.): Edi Engelberger jun., Finanzdirektor und Regierungsrat Paul Niederberger, Landschreiber Josef Baumgartner (†) und Kilian Minder.

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Vom Lehrling zum Unternehmer

Unser 125-Jahr-Jubiläum gibt uns die Gelegenheit, auf eine lange Tradition der Lehrlingsausbildung zurückzublicken. Einige unserer vielen ehemaligen Lernenden sind heute erfolgreiche Unternehmer und bilden in ihren Betrieben zum Teil auch selber aus. Wir haben uns mit sieben von ihnen getroffen und an einem warmen Sommerabend im Culinarium Alpinum herausgefunden, was das Besondere an einer Lehre bei der Engelberger Druck AG ist und welche Bedeutung die Lehre für ihren weiteren Berufsweg hatte.

Warum hast du dich für diese Lehre entschieden, wie kam es dazu?

Adi: Zuerst habe ich in der Druckerei geschnuppert und war sofort begeistert von dem typischen Druckerei-«Geschmack». Der Geruch der Farbmittelgemische hat mir gefallen. Und das Kreative bei der Arbeit, da habe ich mich wiedererkannt.

Thomas: Nach einer einwöchigen Schnupperlehre habe ich einen guten Einblick in den Beruf bekommen. Ich wollte etwas schaffen, etwas Schönes entstehen lassen. In meiner Lehrzeit hat sich die Technik stark gewandelt und die IT wurde immer wichtiger. Ich durfte an den Veränderungen aktiv mitwirken.

Hampi: Ich habe schon als Bub viel gezeichnet und gebastelt. Der Künstler
Heini Gut hat meine Kreativität sehr gefördert. Ich habe in meiner Lehre noch den Bleisatz gelernt.

Mein Lehrbetrieb, die Engelberger Druck AG, war für mich…

Christoph: … sehr familiär. Es gab sehr viele langjährige Mitarbeiter, die echte Spezialisten in ihrem Bereich sind. Es waren sehr gute Handwerker, aber es gab auch viele Berührungspunkte mit der sich wandelnden Technologie. Insgesamt war die Lehre sehr vielseitig.

Bachi: … das Beste, was mir passieren konnte! Ich hatte tolle Kollegen, meine Vorgesetzten hatten sehr viel Geduld mit mir und dafür bin ich ihnen bis heute sehr dankbar. Es war eine wilde Zeit damals!

Aaron: Einerseits ist Engelberger Druck ein grosser Betrieb und deswegen muss auch alles strukturiert ablaufen. Andererseits ist es wie eine grosse Familie, in der wir Lernenden auch viele Freiheiten hatten.

Vervollständige diesen Satz: Lehrjahre sind…

Ueli: … lehrreich (lacht). Die Lehre ist ein erster Schritt in die Erwachsenen­welt, aber man bewegt sich in einem geschützten Umfeld. Man ist gut aufgehoben und lernt etwas fürs Leben, auch was die sozialen Aspekte angeht. Ausserdem ist die Druckerbranche so etwas wie eine spezielle Gilde.

Hampi: … eine wichtige Zeit. In dieser Zeit sind die Entwicklungsschritte riesig und man verändert sich stark. Meine Lehre war ein Sprungbrett für mich.

Christoph: … eine gute Erziehung, auch menschlich. Im Team zu arbeiten, Disziplin aufzuwenden und Verantwortung zu übernehmen sind Dinge, die ich aus der Lehre mitgenommen habe.

Was hast du während deiner Lehre für dein späteres Berufsleben gelernt?

Adi: Vor allem habe ich gelernt, über den Tellerrand hinauszuschauen und disziplinübergreifend zu denken. Alles was ich mache, hat Auswirkungen auf andere. Das big picture im Auge zu haben, das war etwas Wesentliches, das ich mitgenommen habe aus der Zeit.

 

Thomas: Ich habe gelernt, mich durchzubeissen. Und natürlich habe ich ein solides Grundwissen mitgenommen für spätere Tätigkeiten.

Aaron: Die Herangehensweise an eine Aufgabe, die Abläufe, unterbewusst hat das meine Arbeitsweise strukturiert. Gleichzeitig haben die klaren Abläufe meine Kreativität nicht ausgebremst.

 

Bachi: Genau zu schaffen habe ich gelernt, aber auch Verantwortung zu übernehmen. Es war viel mehr als nur eine Ausbildung, ich legte in dieser Zeit den Grundstein, für alles was danach kam.

Ueli: Heute mache ich zwar Filme, aber die Gestaltung, das genaue und exakte Schaffen, das begleitet mich auch heute. Die Schrift im Film ist für mich als gelernten Typografen nicht einfach so da, da bin ich sehr anspruchsvoll.

Adi Barmettler, Hinz und Kunz, gratuliert Edi Engelberger jun. zum 125-Jahr-Jubiläum.
Das Culinarium Alpinum in Stans an jenem Sommerabend 2021.
Thomas Niederberger, In­haber mexan AG, im Interview mit Janine Gaugé, Redakteurin und Lektorin Engelberger Druck AG.

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2005: Die fünfte Generation Engelberger

Die Unternehmensnachfolge der Engelberger Druck AG in der fünften Generation wurde von langer Hand geplant. Bereits früh stand fest, dass es der älteste Sohn Edi Engelberger junior sein würde, der die Familientradition fortsetzen und seinem Vater Edi Engelberger senior nachfolgen würde, der die Geschäftsleitung von 1974 bis 2005 innehatte. Der Wechsel im Dezember 2005 war ein fliessender Übergang, welcher zünftig, ganz im Engelberger-Stil, gefeiert wurde. Bereits 1994 hatte Edi Engelberger jun. die operative Geschäftsführung der Engelberger Druck AG übernommen. Nach einer kaufmännischen Berufslehre und einer anschliessenden Lehre zum Typografen hatte er sich in Technik und Unternehmensführung weitergebildet, um das nötige Rüstzeug zum Führen einer Druckerei zu erhalten. Unterstützung bekam er dabei stets von den über 80 zum grössten Teil langjährigen Mitarbeitern sowie von seinem Vater Edi Engelberger senior, der von 1995 bis 2011 auch als Nationalrat in Bern amtete, aber als Verwaltungsratspräsident dem Familienunternehmen bis zum heutigen Tag eng verbunden ist.

In den nunmehr 16 Jahren, in denen Edi Engelberger jun. an der Spitze des Druckereibetriebs steht, hat sich die Technik laufend weiterentwickelt. «Besonders auch in unserer Branche müssen wir ständig am Ball bleiben. Dem Strukturwandel in der Druckindustrie erfolgreich zu begegnen ist eine Herausforderung, die uns auch in der Zukunft begleiten wird», erklärt Edi Engelberger. Darüber hinaus sind Themen wie Digitalisierung, Preisdruck und aktuell die weltweit herrschende Papierknappheit stets im Fokus. Aber auch auf die eigenen Stärken will die Engelberger Druck AG in der Zukunft weiter bauen: die Kundennähe mit etablierten und zuverlässigen Geschäftsbeziehungen, die Bindung der geerdeten, gut ausgebildeten Mitarbeiter sowie die hohen Qualitätsansprüche an die Druckprodukte. «Niemand kann vorhersagen, was die Zukunft bringt, aber wir alle können unser Bestes dazu beitragen, dass unser Familienbetrieb gesund bleibt», ist Edi Engelberger jun. überzeugt.

Edi Engelberger-Blättler übergibt seinem Sohn Edi Engelberger-Odermatt symbolisch die Engelsflügel.
Familie Engelberger-Odermatt mit (v.l.) Thierry, Trix, Edi, Lou und Maurice.